Gay Cruising – Bedeutung, Tipps und Tricks

Wenn ein Mann einen Mann begehrt, wird die Kontaktaufnahme zielgerichteter stattfinden, als wenn heterosexuelle Personen flirten. Es herrscht der Mythos, dass homosexuelle Personen einen sechsten Sinn haben, wenn es darum geht, sich zu erkennen. Dieser 6. Sinn wird auch als „Gaydar“, abgeleitet von Gay-Radar, bezeichnet. Eine Sache, die viele heterosexuelle Männer den schwulen Männern beneiden, ist die Möglichkeit jederzeit und ganz spontan einen Sexpartner zu finden.

Ist man geil und hat Lust auf Sex, kann man einfach in den Park oder die nächste Autobahnraststätte gehen und in den meisten Fällen warten dort bereits andere geile Männer, die genau die gleichen Absichten verfolgen. Zumindest ist das der Fall, wenn man weiß, in welche Parks und Raststätten man sich hierfür begeben muss. Beim Gay Cruising geht es genau um eine Sache: die Suche nach einem Sexpartner! Hier erfährst du, wie genau Gay Cruising stattfindet, erhältst Tipps und Tricks, wie du erfolgreich cruisen kannst und es werden dir auch ein paar Gay Cruising Hotspots in Berlin und Hamburg vorgestellt.

Worum es beim Gay Cruising geht

Gay Cruising beschreibt die gezielte Suche nach sexuellen Kontakten zwischen Männern. Dabei geht es oft um kurze, spontane Begegnungen, manchmal auch um ein eher stilles Kennenlernen über Signale und Blickkontakt. Für viele ist das Thema vor allem eine Frage von Orientierung, Neugier und dem Wissen, wie solche Situationen typischerweise ablaufen.

Der Beitrag gibt deshalb einen allgemeinen Überblick, erklärt die wichtigsten Begriffe und zeigt, worauf man bei Cruising-Orten achten kann. Die genannten Beispiele sollen vor allem eine erste Einordnung bieten.

Was bedeutet Cruising?

Die Begriffsherkunft entstammt der englischen Seefahrersprache. Übersetzt bedeutet das soviel wie herumkreuzen oder herumfahren. Wird der Begriff im Kontext schwuler Sexualität verwendet, ändert sich die Bedeutung. Dann geht es dabei um das aktive Suchen eines Sexpartners. Es wird auf Signale geachtet, die Interesse bekunden. In den meisten Fällen erfolgt das Cruising per Fuß. Es kann aber auch per Fahrrad oder Auto stattfinden. Wenn man(n) gefunden hat, was man(n) sucht, endet die „schwule Kreuzfahrt“ in der Regel mit anonymem Sex in der Halb-Öffentlichkeit.

Beliebte Orte sind zwischen Büschen, im Auto oder auch in Toilettenkabinen. Oft wird dabei kein Wort zwischen den Sexualpartnern gewechselt. Gebiete, in denen Gay Cruising betrieben wird, werden oft als Cruising-Areas oder Cruising-Zonen bezeichnet. Auch der Begriff Meat Market, der soviel wie Fleischmarkt bedeutet, wird in diesem Zusammenhang verwendet. Cruising muss aber nicht immer Outdoor stattfinden. Auch Bars, Clubs, Cafés und Saunen gelten als Cruising-Areas.

Für die etwas schüchternen Personen, die nicht aktiv cruisen wollen, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, „gecruised“ zu werden. Dazu begibt man sich einfach in eine bekannte Cruising Area und wartet, bis man Signale erhält, welche man deutlich, beispielsweise durch intensiven Augenkontakt, erwidert. Gay Cruising wird wie schon erwähnt hauptsächlich für spontanen Sex betrieben, es ist aber auch nicht auszuschließen, dass sich dabei eine Langzeitbeziehung entwickeln kann.

Der Ablauf des Cruising kann in 4 Abschnitten unterteilt werden:

  1. Die Suche
  2. Das Verfolgen
  3. Erotische Signale geben (deutlich flirten)
  4. Verhandeln (wenn dabei gesprochen wird)

Homosexuelle Neigungen sind in einigen Ländern und Kulturkreisen immer noch verboten oder verpönt. Daher ist man als Schwuler, je nach Wohnort beziehungsweise Aufenthaltsort, beim Flirten immer noch gewissen Risiken ausgesetzt. Viele haben daher überhaupt keine andere Möglichkeit ihre Sexualität offen ausleben zu können, als bei verborgenen Treffen ihre sexuellen Wünsche entsprechend zu befriedigen.

Es gibt natürlich aber noch andere Gründe für das Aufsuchen von den sogenannten Cruising-Areas. Wer Abenteuer liebt und auf Adrenalinkicks steht, der findet beim Cruising genau wonach er sucht. Das Risiko, womöglich in der Öffentlichkeit auf frischer Tat ertappt zu werden, bietet vielen einen ganz besonderen Kick. Wiederum andere verbergen ihre sexuelle Neigung noch vor ihrem Umfeld und möchten einfach schnellen und möglichst anonymen Sex.

Tipps und Tricks

Wenn du zum ersten Mal vom Cruising hörst, wirst du überraschst sein, wie viele Cruising-Areas es überall gibt. Vor allem in Großstädten wie Hamburg oder Berlin findest du unzählige davon. Eine weltweit bekannte Cruising Area sind beispielsweise die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria. Früher gab es sogenannte Hanky-Codes, an denen sich Sexinteressierte erkannt haben.

Bis vor dem 2. Weltkrieg galt in den USA das Tragen einer roten Krawatte als Erkennungszeichen. Wildlederschuhe waren hingegen im England der 1960er Jahre, was die rote Krawatte früher in den USA war: ein klares Erkennungszeichen.

Heutzutage gibt es solche Zeichen, die allgemein gültig sind, nicht mehr. Es reicht vollkommen aus, wenn man in Cruising Areas durch deutliche Flirtsignale sein Interesse zu erkennen gibt. Hat man seinen Gaydar angeschaltet, erkennt man recht leicht, wer konkretes Interesse bekundet. Eine wichtige Sache, die man trotz der Geilheit in dem Moment nicht vergessen sollte, ist auf Sauberkeit und Hygiene zu achten.

Kondome und Tempos sollten stets entsorgt werden, ganz egal wie abgelegen die Cruising Area ist, in der man sich befindet. Müll hat nichts in der Natur zu suchen. Auch sollte man immer ein Auge darauf haben, dass man nicht ertappt wird, den in den meisten Ländern ist Sex in der Öffentlichkeit verboten und wird Strafen nach sich ziehen, so auch in Deutschland.

Praktische Hinweise für den Umgang mit Cruising-Orten

Wer sich mit dem Thema zum ersten Mal beschäftigt, sollte vor allem aufmerksam und rücksichtsvoll bleiben. Es hilft, die Umgebung genau wahrzunehmen und die eigenen Signale so einzusetzen, dass sie nicht aufdringlich wirken.

Wichtig ist außerdem, die Grenzen anderer zu respektieren. Nicht jedes Blicksignal bedeutet Interesse, und nicht jede Begegnung entwickelt sich weiter. Ein vorsichtiger, respektvoller Umgang ist deshalb sinnvoller als Druck oder Hast.

Auch Sauberkeit und Diskretion spielen eine Rolle. Wer unterwegs ist, sollte den Ort so hinterlassen, wie er ihn selbst vorfinden möchte, und auf die Privatsphäre anderer achten.

Typische Fehler und Missverständnisse

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass an jedem bekannten Ort automatisch etwas passiert. In der Praxis hängt vieles von Tageszeit, Umgebung und der allgemeinen Stimmung vor Ort ab.

Ebenso missverständlich ist die Vorstellung, dass eindeutige Blicke oder kurze Gesten immer gleich zu einem Kontakt führen. Cruising lebt von gegenseitigem Interesse, nicht von Erwartungen, die sich erzwingen lassen.

Problematisch ist auch, Sicherheit, Rücksicht und Privatsphäre zu unterschätzen. Wer zu unvorsichtig auftritt oder andere Menschen nicht ernst nimmt, macht die Situation für alle Beteiligten unangenehm.

Cruising Areas in Berlin und Hamburg

In Berlin ist der Fritz-Schloß-Park für seine cruisenden Gäste bekannt. Am besten hält man sich bei der Freifläche auf dem Hügel zwischen Gerichtsgebäude und Spa auf. Wichtig: Hier wird Cruising nur in der Dunkelheit betrieben. Auch der Goldfischteich am Tiergarten ist ein Besuch wert.

Ab Einbruch der Dämmerung kann man sich hier um den Goldfischteich aufhalten und auf Gleichgesinnte warten. In Hamburg bietet sich der Bat-Park an. Dort ist hinter dem Cinemaxx bei gutem Wetter stets viel los. Sehr empfehlenswert ist auch ein Besuch am Bramfelder See. Die Umgebung um den See bietet viel Spielraum, sich für ein bisschen Spaß in die Büsche zu verziehen. Die besten Möglichkeiten Gleichgesinnte zu treffen hat man dort unter der Woche. Ab ungefähr 19:00 Uhr treffen dort meistens die ersten Cruiser ein.

Fazit

Gay Cruising ist vor allem eine Form der gezielten, oft spontanen Kontaktaufnahme zwischen Männern. Der Artikel zeigt, dass dabei Signale, Aufmerksamkeit und ein gewisser Überblick über die Umgebung eine wichtige Rolle spielen.

Wer sich mit dem Thema befasst, profitiert vor allem von einem respektvollen, vorsichtigen und diskreten Umgang. So bleibt der Überblick erhalten, ohne die eigenen Grenzen oder die anderer zu übergehen.